Donnerstag 4. September 2008 von admin
Wessen Herz Andalusien einmal erobert hat, das lässt es nicht mehr los. Andalusien ist etwas Besonderes, es ist nicht nur eine Region, es ist ein Lebensgefühl.
Im Norden grenzt Andalusien an Extremadura und Kastillien-La Manche, im Osten an Murcia, im Westen liegt Portugal und im Süden das Mittelmeer.
Andalusien ist aber nicht nur durch seine Küsten zur Touristenhochburg aufgestiegen, auch das Landesinnere hat so manchen Schatz zu bieten.
Am bequemsten erreicht man Andalusien mit dem Flugzeug. Hier bieten sich die Flughäfen Malaga, Almeria oder Sevilla an. Allein der Anflug auf Malaga ist schon ein Erlebnis. Über den hohen Bergen der Sierra beginnt allmählich der Sinkflug. Die Berge kommen immer näher und dann sieht man das Meer, aber es ist noch nicht das Meer, es sind die mit Planen überzogenen Gewächshäuser der Region um Almeria. Doch von oben sieht es aus, wie das Meer. Aber es braucht nicht lange und man sieht das blaue Wasser, dann noch eine Schleife über dem Meer, welches fast zum greifen Nahe ist und schon setzt der Flieger weich in Malaga auf.
Wer Andalusien für sich erobern will, mietet sich am besten noch am Flughafen ein Auto. Hier bestehen die Möglichkeiten am Schalter einer großen renommierten Autovermietung, bei einer einheimischen Autovermietung oder man kommt in die Halle, hier stehen die kleinen Autovermieter und warten auf Kundschaft. Sicherlich gehört eine Portion vertrauen dazu, hier ein Auto zu mieten. Doch häufig lohnt es sich, dass es immense Preisunterschiede zwischen den großen Anbietern und den Kleinen gibt. Auch sind die Autos in der Regel nicht besser oder schlechter als Anderswo. Sind die Formalitäten erledigt, kann der Urlaub beginnen.
Da es in Spanien keinerlei Probleme mit Einkaufsmöglichkeiten gibt, bieten Ferienwohnungen die nötige Unabhängigkeit. Wer im Urlaub nicht selber für das Frühstück sorgen möchte, der ist sicherlich mit einem Hotel besser beraten. Die anderen Mahlzeiten sollte man jedoch in einem der zahlreichen Restaurant einnehmen, am besten dort, wo auch die Einheimischen essen. Hier ist das Essen landestypisch und zumeist sind hier moderate Preise. Für Freunde von Fisch und Meeresfrüchten, ist hier ein wahres Eldorado.
Bereits im Vorfeld sollte man sich einen groben Plan machen, was man alles sehen und besichtigen möchte. Andalusien bietet hier zuviel, um alles in einen Urlaub zu packen. Letztendlich hat man Urlaub und möchte sich auch ein wenig erholen. So sollte man nicht vergessen, den ein oder anderen Strandtag einzulegen. Auch die Wärme ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der Besichtigungstouren.
Da die meisten Touristen Malaga anfliegen, sollte man hier vielleicht beginnen. Der Stadtrand von Malaga ist enttäuschend. Nicht als Hochhäuser. Doch fährt man in die Stadt hinein, findet man eine wunderschöne Altstadt, mit kleinen Gasen. Hoch über der Stadt thront die „Alcazaba“. Es ist etwas mühsam dort hinaufzusteigen, aber es lohnt sich. Unterhalt der alten Burganlage befindet sich das römische Theater, welches teilweise besichtigt werden kann. Die Kathedrale und das Geburtshaus Pablo Picassos runden den Besuch in der Stadt ab. Die Stierkampfarena sucht man in der Altstadt vergebens, sie findet man im Gewirr der Hochhäuser.
Entlang der Küstenstrasse in Richtung Westen, gelangt man nach Marbella, vorbei an ein paar sehr schönen Küstenorten, die durchaus auch einen zweiten Blick wert sind. Marbella ist die Hauptstadt des Jet-Set und wirkt daher schon sehr mondän. Die kleine Altstadt besticht ebenfalls durch die kleinen Gassen. Das Zentrum ist der „Plaza de los Naranjos“ (Platz der Orangenbäume) in deren Schatten es sich wunderbar sitzen lässt. Im Unterschied zu Malaga sind hier die Preise allerdings dem Jet-Set angepasst und die Waren in den schön gestalteten Schaufenstern haben häufig keine Preisangaben mehr. Dennoch sollte man auf Marbella nicht verzichten.
Weiter entlang der Küstenstrasse gelangt man endlich zum südlichsten Zipfel, dem Felsen von Gibraltar. Nachdem die Zollformalitäten erledigt sind, Gibraltar ist englisches Hoheitsgebiet, kann die Stadt „eingenommen“ werden. Parkplätze findet man am Rande der Altstadt. Wie fast alle Städte in Andalusien, findet sich auch hier die maurische Architektur in der Altstadt. Touristen aller Nationen wuseln durch die engen Gassen, denn in Gibraltar kann man zollfrei einkaufen. Mit der Seilbahn geht es hoch hinaus auf , auf den „Affenfelsen“, den wohl einzigen Ort in Europa, an dem frei lebende Affen vorkommen. Auf dem Plateau befindet sich ein altes Fort das es zu erkunden gilt. Es ist allerdings mit kleinen Kindern Vorsicht geboten, da vieles schlecht abgesichert ist.
Den Hunger sollte man besser wieder auf der spanischen stillen, es sei denn, man liebt die englische Küche.
Ein weiteres Highlight bietet die kleine Stadt Ronda. Die Stadt liegt komplett auf einem nach allen Richtungen steil abfallenden Felsplateau. Die maurische Altstadt und der neuere Teil sind durch eine tiefe Schlucht getrennt, verbunden durch Brücken. Die spektakulärste Brücke ist der „Puente Nuevo“. Die Stadt versetzt den Besucher in eine völlig andere Welt. Rilke nannte Ronda „die geträumte Stadt“ und so kommt man sich vor. Wie in einem Traum. Die engen Gasse die sich immer noch nach oben winden. Kleine Paläste mit maurischen Innenhöfen und die alte Stierkampfarena. In ganz Spanien gibt es keine vergleichbare Arena.
Großen Bekanntheitsgrad erlangte die Stadt auch durch seine kulinarischen Spezialitäten, wie die Blutwurst und den Serrano-Schinken.
Viel Zeit sollte der Besucher für Sevilla mitbringen. Auch hier strömt das Zusammenspiel mittelalterlicher und maurischer Architektur auf den Betrachter ein. Es ist ratsam das Auto vor der Altstadt zu parken, da die Gassen so eng sind, dass zwar ein Auto durchpasst, aber die vielen Touristen oft nicht wissen, wie sie sich noch an die Wände pressen sollten. Außerdem kann man die Altstadt aus dem Auto nicht wirklich genießen. Die riesige Kathedrale lässt den Betrachter schon von außen vor Ehrfurcht erstarren. Sie ist die drittgrößte der Welt. Die Türen der Häuser der Altstadt stehen den ganzen Tag auf und man schaut buchstäblich den Leuten ins Wohnzimmer. In Sevilla befindet sich ebenfalls der „Alcazar“ von Pedro I. el Cruelo. Pedro holte sich extra hierfür maurische Handwerker. Später wurde der Palast durch andere Herrscher und Baustile immer wieder erweitert. Weiter besticht Sevilla durch seine wunderschön angelegten Gärten und weitere prächtige Gebäude wie die Börse.
Ein weiteres Ziel sollte Cordoba sein. Auch hier findet sich eine für Andalusien typische Altstadt aus maurischen und mittelalterlichen Elementen. Besondere Erwähnung sollte hier die Mezquita finden, die seit ihres Bestehens wohl den größten Religionen als Gotteshaus gedient hat. Ebenfalls ein lohnenswertes Ziel ist die Besichtigung des „Alcazar de los Reyes Christianos“ (Palast der christlichen Könige). Dieser diente unter anderem, den katholischen Königen Ferdinand und Isabella als Sitz, bis zur Rückeroberung Granadas.
Wobei schon das nächste Ziel Erwähnung gefunden hat. Neben der wunderschönen Altstadt ist es wohl mehr die „Alhambra“ welche die Besucher magisch anzieht. Das Burgareal ist kann man im Rahmen der Öffnungszeiten immer besichtigen. Allein dies ist schon ein Besuch wert. Neben den Wehrtürmen finden sich noch weitere Gebäude die es zu erkunden gilt. So auch der Sommerpalast von Karl V., der den Besucher an römische Arenen erinnert. Der Palast ist Kreisrund mit einem großen Innenhof. Er beherbergt u.a. das Museum für spanisch – muslimische Kunst.
Anders ist es mit dem Nasriden-Palast. Hier sind die Besucherzahlen begrenzt und es ist ratsam, entweder sehr früh vor Ort sich die Karten zu besorgen oder vorher zu reservieren. Auf den Eintrittskarten ist der Beginn des Rundganges vermerkt. Erscheint man zu dieser Zeit nicht, ist die Eintrittskarte hinfällig. Der ganze Palast ist ein einzigartiges Kunstwerk. Innenhöfe, Gärten, Brunnen und Gebäude zeigt das Schönste was maurische Handwerkskunst zu bieten hat.
An die Küste kommt man entweder über eine Schnellstrasse oder man biegt noch auf dem Plateau von Granada auf eine kleine „Touristenstrasse“ ab, welche durch die Berge hinunter ans Meer führt. Diese kleine Strasse windet sich gefährlich durch das Bergmassiv, aber es ist jeden Schweißtropfen wert, den die Abfahrt kostet. Die Landschaft entschädigt für so manche angstvolle Schrecksekunde, nicht wegen der Qualität der Strasse sonder eher wegen der Enge und der schlechten Seitensicherung.
Doch auch die Küstendörfer haben ihre Reize. Sie sind allerdings bereits sehr auf Tourismus ausgelegt. Ruhe findet man in den vielen kleinen „weißen Bergdörfern“. Hier findet man noch eine gewisse Ursprünglichkeit.
Andalusien bietet für jeden Geschmack etwas. Die Heimat des Flamenco bietet kulinarische Highlights, lebendige Feste, Wasserspaß und alles auf geschichtsträchtigem Boden. Wer einmal Andalusien ins Herz geschlossen hat, den lässt es nicht mehr los.
Vom nahegelegenen Palos de la Frontera startete Christoph Columbus in die “neue Welt”. Im Franziskanerkloster von La Rabida (gegründet 1261) traf er seine Vorbereitungen.

Cadiz:
Cadiz wurde vor 3000 Jahren von den Phöniziern gegründet und ist die älteste Stadt Spaniens. Hervorragende Strände an der Costa de la Luz. Sie reicht bis in die Provinz Huelva. Der Nationalpark Donana, ein Resort von Wanderdünen und Marschland, wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Wird fortgesetz